Hydroxypropylmethylcellulose (INN-Name: Hypromellose), auch vereinfacht als Hypromellose (Hydroxypropylmethylcellulose, abgekürzt als Hypromellose) bezeichnetHPMCEs handelt sich um eine Gruppe nichtionischer Cellulose-Mischether. Dieses halbsynthetische, inaktive, viskoelastische Polymer wird häufig als Gleitmittel in der Ophthalmologie oder als Hilfsstoff in oralen Arzneimitteln eingesetzt und ist in verschiedenen Handelsprodukten enthalten.
Als Lebensmittelzusatzstoff kann Hypromellose folgende Funktionen erfüllen: Emulgator, Verdickungsmittel, Suspendiermittel und Ersatz für tierische Gelatine. Sein Code (E-Code) im Codex Alimentarius lautet E464.
Chemische Eigenschaften:
Das fertige Produkt vonHydroxypropylmethylcelluloseHypromellose ist ein weißes Pulver oder ein weißes, lockeres, faseriges Feststoff, dessen Partikelgröße ein 80-Mesh-Sieb passiert. Das Verhältnis von Methoxyl- zu Hydroxypropylgehalt im Endprodukt variiert, wodurch sich auch die Viskosität ändert und verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Eigenschaften entstehen. Ähnlich wie Methylcellulose ist es in kaltem Wasser löslich und in heißem Wasser unlöslich. Seine Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln ist höher als die in Wasser. Es ist in wasserfreiem Methanol und Ethanol löslich und auch in chlorierten Kohlenwasserstoffen wie Dichlormethan und Trichlorethan sowie in organischen Lösungsmitteln wie Aceton, Isopropanol und Diacetonalkohol. In Wasser gelöst bildet es mit Wassermolekülen ein Kolloid. Es ist säure- und alkalibeständig und wird im pH-Bereich von 2 bis 12 nicht beeinflusst. Hypromellose ist zwar ungiftig, aber entzündlich und reagiert heftig mit Oxidationsmitteln.
Die Viskosität von HPMC-Produkten steigt mit zunehmender Konzentration und Molekularmasse. Bei steigender Temperatur nimmt sie zunächst ab. Ab einer bestimmten Temperatur steigt die Viskosität sprunghaft an und es kommt zur Gelierung. Wässrige Lösungen sind bei Raumtemperatur stabil, können jedoch durch Enzyme abgebaut werden. Die Viskosität selbst zeigt keine Degradation. HPMC besitzt besondere thermische Gelierungseigenschaften, gute Filmbildungseigenschaften und eine hohe Oberflächenaktivität.
Herstellung:
Nach der Behandlung der Cellulose mit Alkali kann das durch Deprotonierung der Hydroxylgruppe entstehende Alkoxyanion mit Propylenoxid zu Hydroxypropylcelluloseether reagieren; alternativ kann es mit Methylchlorid zu Methylcelluloseether kondensieren. Werden beide Reaktionen gleichzeitig durchgeführt, entsteht Hydroxypropylmethylcellulose.
Verwendung:
Die Verwendung von Hydroxypropylmethylcellulose ähnelt der anderer Celluloseether. Sie wird hauptsächlich als Dispergiermittel, Suspendiermittel, Verdickungsmittel, Emulgator, Stabilisator und Klebstoff in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Hinsichtlich Löslichkeit, Dispergierbarkeit, Transparenz und Enzymbeständigkeit ist sie anderen Celluloseethern überlegen.
In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie wird es als Zusatzstoff verwendet. Es dient als Bindemittel, Verdickungsmittel, Dispergiermittel, Weichmacher, Stabilisator und Emulgator. Es ist ungiftig, hat keinen Nährwert und wird nicht metabolisch verändert.
Zusätzlich,HPMCfindet Anwendung in der Polymerisation von Kunstharzen, in der Petrochemie, der Keramik, der Papierherstellung, der Lederverarbeitung, der Kosmetikindustrie, bei Beschichtungen, Baumaterialien und lichtempfindlichen Druckplatten.
Veröffentlichungsdatum: 25. April 2024