Celluloseether ist ein nichtionisches, halbsynthetisches, hochmolekulares Polymer, das wasser- und lösungsmittellöslich ist. Es hat in verschiedenen Branchen unterschiedliche Wirkungen. Beispielsweise hat es in chemischen Baustoffen folgende kombinierte Wirkungen:
① Wasserrückhaltemittel ② Verdickungsmittel ③ Verlaufseigenschaften ④ Filmbildende Eigenschaften ⑤ Bindemittel
In der Polyvinylchlorid-Industrie dient Cellulose als Emulgator und Dispergiermittel; in der pharmazeutischen Industrie als Bindemittel und Trägermaterial für die verzögerte und kontrollierte Wirkstofffreisetzung usw. Aufgrund dieser vielfältigen Eigenschaften ist das Anwendungsgebiet von Celluloseether äußerst umfangreich. Im Folgenden werden die Verwendung und Funktion von Celluloseether in verschiedenen Baustoffen näher erläutert.
(1) In Latexfarbe:
In der Latexfarbenindustrie wird Hydroxyethylcellulose (HECC) verwendet. Die gängige Spezifikation für eine gleichmäßige Viskosität liegt bei RT 30.000–50.000 cP, was der Spezifikation HBR 250 entspricht. Die empfohlene Dosierung beträgt in der Regel 1,5–2 ‰. HECC dient in Latexfarben hauptsächlich der Verdickung, verhindert das Gelieren der Pigmente, fördert deren Dispersion und die Stabilität der Latexfarbe. Zudem erhöht sie die Viskosität der Komponenten und trägt so zu einem besseren Verlauf bei. HECC ist einfach anzuwenden. Es löst sich in kaltem und heißem Wasser und ist pH-neutral. Im pH-Bereich von 2 bis 12 kann es sicher verwendet werden. Die Anwendungsmethoden sind wie folgt:
I. Direkte Zugabe in der Produktion: Bei dieser Methode sollte Hydroxyethylcellulose vom verzögerten Typ gewählt werden, und zwar Hydroxyethylcellulose mit einer Auflösungszeit von mehr als 30 Minuten. Die Anwendungsschritte sind wie folgt:
① Bereiten Sie eine quantitative Menge gereinigten Wassers in einem Behälter mit einem Hochleistungsrührwerk vor.
② Beginnen Sie mit kontinuierlichem Rühren bei niedriger Geschwindigkeit und geben Sie gleichzeitig langsam und gleichmäßig Hydroxyethyl zur Lösung hinzu.
③ Rühren Sie weiter, bis alle körnigen Bestandteile durchtränkt sind.
④ Weitere Zusatzstoffe und Basiszusatzstoffe usw. hinzufügen.
⑤ Rühren Sie, bis sich alle Hydroxyethylgruppen vollständig gelöst haben. Geben Sie dann die anderen Komponenten der Formel hinzu und vermahlen Sie die Mischung, bis das fertige Produkt entsteht.
II. Mit Mutterlauge zur späteren Verwendung: Bei dieser Methode kann Instantcellulose verwendet werden, die eine schimmelhemmende Wirkung hat. Der Vorteil dieser Methode liegt in ihrer größeren Flexibilität; sie kann direkt Latexfarbe beigemischt werden. Die Zubereitung erfolgt wie in den Schritten 1 und 4.
III. Porridge für die spätere Verwendung vorbereiten: Da organische Lösungsmittel schlechte (unlösliche) Löslichkeitspartner für Hydroxyethylcellulose sind, können diese zur Herstellung des Porridges verwendet werden. Die gebräuchlichsten organischen Lösungsmittel sind in Latexfarben verwendete Flüssigkeiten wie Ethylenglykol, Propylenglykol und Filmbildner (z. B. Diethylenglykolbutylacetat). Der Hydroxyethylcellulose-Porridge kann direkt der Farbe zugegeben werden. Rühren Sie weiter, bis sich alles vollständig aufgelöst hat.
(2) In Wandspachtelmasse:
In den meisten Städten meines Landes ist derzeit wasser- und scheuerbeständiger, umweltfreundlicher Kitt weit verbreitet. Er wird durch die Acetalreaktion von Vinylalkohol und Formaldehyd hergestellt. Daher wird dieser Werkstoff zunehmend durch Produkte der Celluloseether-Reihe ersetzt. Das heißt, für die Entwicklung umweltfreundlicher Baustoffe ist Cellulose derzeit der einzige verfügbare Rohstoff.
Wasserfeste Kittmassen werden in zwei Typen unterteilt: Trockenpulverkitt und Kittpaste. Für diese beiden Arten empfiehlt sich die Verwendung von modifizierter Methylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose. Die Viskosität liegt üblicherweise zwischen 30.000 und 60.000 cP. Die Hauptfunktionen der Cellulose im Kitt sind Wasserbindung, Haftung und Schmierung. Da sich die Rezepturen verschiedener Hersteller unterscheiden – manche enthalten beispielsweise grauen oder leichten Calciumzement, andere Gips, grauen oder leichten Calciumzement – variieren auch die Spezifikationen, die Viskosität und der Celluloseanteil in den jeweiligen Rezepturen. Die zugesetzte Menge beträgt etwa 2–3 ‰. Beim Verspachteln von Wänden ist zu beachten, dass die Wandoberfläche eine gewisse Wasseraufnahme aufweist (Ziegel 13 %, Beton 3–5 %). Hinzu kommt die Verdunstung von Wasser aus der Umgebung. Verliert die Spachtelmasse zu schnell Wasser, kann dies zu Rissen oder Abplatzungen führen und die Festigkeit beeinträchtigen. Die Zugabe von Celluloseether kann dieses Problem lösen. Die Qualität des Füllstoffs, insbesondere die Qualität des Calciumasche-Zusatzes, ist jedoch ebenfalls von entscheidender Bedeutung.
Aufgrund der hohen Viskosität der Zellulose wird der Auftrieb der Spachtelmasse erhöht, wodurch ein Absacken während der Verarbeitung vermieden wird. Das Abziehen ist zudem komfortabler und arbeitssparender. Die Zugabe von Zelluloseether zur Pulverspachtelmasse ist einfacher. Dadurch werden Herstellung und Anwendung vereinfacht. Füllstoffe und Additive lassen sich gleichmäßig im Trockenpulver vermischen.
(3) Betonmörtel:
Um die maximale Festigkeit von Betonmörtel zu erreichen, muss der Zement vollständig hydratisiert sein. Insbesondere bei Bauarbeiten im Sommer verliert Betonmörtel zu schnell Wasser. Um die vollständige Hydratation aufrechtzuerhalten, wird daher häufig Wasser aufgesprüht. Dies ist ressourcenverschwendend und umständlich. Das Problem besteht darin, dass sich das Wasser nur an der Oberfläche befindet und die innere Hydratation noch nicht abgeschlossen ist. Die Lösung liegt in der Zugabe von Wasserrückhaltemitteln zum Betonmörtel. Üblicherweise werden Hydroxypropylmethylcellulose oder Methylcellulose mit einer Viskosität zwischen 20.000 und 60.000 cP verwendet. Die Zugabemenge beträgt 2–3 %. Dadurch kann die Wasserrückhalterate auf über 85 % erhöht werden. Die Anwendung im Betonmörtel erfolgt durch gleichmäßiges Einmischen des trockenen Pulvers in das Wasser.
(4) Beim Verputzen von Gips, beim Binden von Gips, beim Abdichten von Gips:
Mit der rasanten Entwicklung der Bauindustrie steigt auch der Bedarf an neuen Baustoffen stetig. Dank des wachsenden Umweltbewusstseins und der kontinuierlichen Verbesserung der Baueffizienz haben sich zementgebundene Gipsprodukte rasant weiterentwickelt. Zu den gängigsten Gipsprodukten zählen derzeit Putzgips, Verbundgips, Intarsiengips und Fliesenkleber. Putzgips ist ein hochwertiges Putzmaterial für Innenwände und Decken. Die damit verputzte Wandoberfläche ist fein und glatt. Der neue Leichtbauplattenkleber ist ein Klebstoff auf Gipsbasis mit verschiedenen Zusatzstoffen. Er eignet sich zum Verkleben verschiedener anorganischer Baustoffe. Er ist ungiftig, geruchlos, schnellhärtend und bietet eine starke Haftung. Er dient als Trägermaterial für Bauplatten und Mauerwerk. Gips-Dichtmasse füllt Fugen zwischen Gipsplatten und dient zur Reparatur von Wänden und Rissen.
Diese Gipsprodukte erfüllen verschiedene Funktionen. Neben der Rolle des Gipses und der zugehörigen Füllstoffe spielen die zugesetzten Celluloseether-Additive eine entscheidende Rolle. Da Gips in wasserfreien Gips und Halbhydratgips unterteilt wird, beeinflussen die verschiedenen Gipsarten die Produkteigenschaften unterschiedlich. Verdickung, Wasserrückhaltung und Verzögerung bestimmen somit die Qualität von Gipsbaustoffen. Häufige Probleme dieser Materialien sind Hohlraumbildung und Rissbildung, wodurch die anfängliche Festigkeit nicht erreicht wird. Um dieses Problem zu beheben, ist die Wahl der Celluloseart und der geeigneten Mischungsmethode des Verzögerers entscheidend. In diesem Zusammenhang werden üblicherweise Methyl- oder Hydroxypropylmethylcellulose (30.000–60.000 cps) in einer Menge von 1,5–2 % eingesetzt. Die Cellulose dient dabei vor allem der Wasserrückhaltung und der Verzögerung der Aushärtung. Allerdings ist es unmöglich, sich auf Celluloseether als Verzögerer zu verlassen, und es ist notwendig, Zitronensäure als Verzögerer hinzuzufügen, um die Mischung und Verwendung ohne Beeinträchtigung der Anfangsfestigkeit zu ermöglichen.
Die Wasserretention beschreibt im Allgemeinen, wie viel Wasser ohne externe Wasseraufnahme auf natürliche Weise verloren geht. Ist die Wand zu trocken, führt die Wasseraufnahme und natürliche Verdunstung an der Oberfläche zu einem zu schnellen Wasserverlust des Materials, was Hohlräume und Risse zur Folge haben kann. Dieses Produkt wird mit einem Trockenpulver vermischt. Informationen zur Zubereitung einer Lösung finden Sie in der beiliegenden Anleitung.
(5) Wärmedämmmörtel
Dämmmörtel ist ein neuartiges Dämmmaterial für Innenwände in nördlichen Regionen. Es handelt sich um ein Wandbaumaterial, das aus Dämmstoff, Mörtel und Bindemittel besteht. Zellulose spielt dabei eine Schlüsselrolle für die Haftung und die Erhöhung der Festigkeit. Üblicherweise wird Methylzellulose mit hoher Viskosität (ca. 10.000 µS) verwendet, die Dosierung liegt in der Regel zwischen 2 und 3 µS, und die Verarbeitung erfolgt durch Anmischen des Trockenpulvers.
(6) Schnittstellenagent
Wählen Sie HPNC 20000 cps als Haftvermittler und mindestens 60000 cps für den Fliesenkleber. Achten Sie besonders auf das Verdickungsmittel im Haftvermittler, da dieses die Zugfestigkeit und Rissbeständigkeit verbessert. Das Haftvermittler dient als Wasserspeicher beim Verkleben der Fliesen und verhindert so deren zu schnelles Austrocknen und Ablösen.
Veröffentlichungsdatum: 16. Februar 2023